Vreni Zehnder:
Rücktritt als Gemeindeammann

Im heilige Gmeindrot z’Würelos
isch für Sorge chli und gross,
wenn’s nöime chlöpft und nöime brännt
meistens öpper kompetänt.

Johrhundertlang händ einzig d Manne
in Würelos ihri Fäde gspanne.
Doch dänn en Frau: en flotti, schöni,
im Gmeindrot: namens Zehnder Vreni!

Schon Cäsar Keiser im Limerick
drückte sich klassisch aus und schick:
„Da gabs eine Dame in Würenlos,
die hatte das Gemeindeführen los.
Sie fürchtet keine Ecken,
will Schläfrige wecken,
tat vieles sogar ganz gebührenlos.“


Gheit zwüschet Gmeindrot und de Schuel
mal öppis zwüschet Bank und Stuehl,
wer hät dänn gholfe? Wer? Was gsehn i?
Selbverständli: s Zehnder Vreni!

s’git chum es Ressort, mir händs ghört,
wo s Vreni nit – s’isch unerhört –
Mit Fantasie und Schaffens-Chraft
zletzt amänd en Lösig schafft.

Personal, Finanze und au d’Stüüre,
Computerfroge (die unghüre),
alles nimmt sie forsch i d Hand
mit Herz und Seel und mit Verstand.

Jugendfroge, Chinderchrippe,
alles wachst an ihrer Strippe,
und ganz am Endi, dasch kein Mischt,
isch si no Oberpolizischt!

Und schaffet gar d Antenne-Strahle
psychisch-physisch Höllequale,
Nervosität und Häxeschuss,
findt si au do en guete Schluss.

„Bin i verzwiflet, ach dänn lehni
mich a as Herz vom Zehnder Vreni!“,
sait mänge i sir Seelenot
und holt bi r Gmeindammännin Rot.

Schweri Sorge rund um Droge,
Spitex au und Altersfroge;
nützt Pille, Salbe, Schmiere weni(g),
holsch es Rezäpt bim Zehnder Vreni.

Hät im Netz vom Soziale
öpper glitte Höllequale,
hilft dänn de Herrgott? Nei vil ehnder
hät dänn gholfe s Vreni Zehnder.

Der heilige Verena s’Zurzi
chönnt eigentlich das alles schnurz si,
doch nei: im Grab rotiert si, gesehnder,
us Ifersucht ufs Vreni Zehnder.

Wo blibt de Dank, de flotti, schöni,
für all die Arbet vo dr Vreni?
Was fallt als Dank eim alles i?
s muess öppis Gwaltigs, Grosses si.

Im nächste Kreisel zWürelos,
das isch min Vorschlag im Vertroue,
sött mer em Vreni läbensgross
us Steibruch-Stei es Dänkmol boue!

Was Zuekunft bringt, das wird me gseh,
denn i dr Vreni steckt no meh.
Tritt si ächt uf als Zauberfrau
bei Karls des Kühnen Gassenschau?

Und wird si einisch hunderti,
muesch gar nit sehr verwundert si,
isch si im Altersheim, weiss wer,
de allerersti Pensionär.

Nei jetzt ganz ehrlich, ohni Phrase,
wünschet mir voll Freud und Luscht,
en tolli neui Läbensphase :
dir und dim Ma, em Carl Auguscht!

Drum fertig jetzt min Verslischwank,
de Abschied de tuet grusig weh,
drum sait nit zletscht vo Herze Dank
dir d Würeloser CVP.

Josef Rennhard

vorgetragen in der Gemeindeversammlung vom 15. Dezember 2005.